In diesen Tagen hat das Getreide den Zustand der Milchreife.
Das heisst, die Halme sind völlig trocken und die Körner in den Ähren sind fertig
ausgebildet, aber noch nicht hart (wenn sie hart sind, spricht man von der „Totreife“).
Bereits beginnen sich Mäuse und Vögel für diese Futterquelle
zu interessieren. Es beginnt ein Wettlauf zwischen Bauer und Tieren…
Dieses Jahr habe ich diesen Kampf für mich entscheiden können.
Heute Morgen um 6 Uhr, noch vor Besonnung in der Morgenkühle habe ich begonnen,
das Getreide zu ernten.
Ich ernte das Getreide meist nach altväterischer Art: mit
der einen Hand umfasse ich ein Getreidebündel, mit der anderen schneide ich mit
der Sichel (jawohl, wie der Druide in den Asterix-Geschichten) die Halme vom
Wurzelstock ab.
Da das Getreide wie erklärt erst Milchreif ist, muss es vor dem Dreschen noch tüchtig
nachtrocknen, das heisst, die Körner in den Ähren trocknen und werden hart.
Dazu packe ich das abgeschnittene Getreide in luftdurchlässige Jutesäcke und
hänge diese möglichst mäusesicher im Stall auf.
Löcher in den Säcken deuten allerdings darauf hin, dass das
nicht immer gelingt und die schlauen Grautiere doch noch einen Anteil ergattern
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