Vor zwei Wochen hatte ich die Oechslewerte der Trauben gemessen. Schon ganz akzeptable Werte, aber etwas Herbstsonne würde ihnen noch durchaus gut tun fand ich. Zwar klagten die benachbarten Winzer schon über aussergewöhnlichen Vogelfrass in diesem Jahr und sprachen von baldiger Ernte. Ich spannte die gelben Vogelschutzbänder und war optimistisch. Aufgrund anderer Verpflichtungen verzögerte sich dann aber meine Rückkehr in den Paradiesgarten bis letzten Mittwoch. Bei der Traubenernte musste ich nun festestellen: nicht nur in den anderen Rebbergen, auch bei mir haben jetzt die Vögel tüchtig abgeerntet... Die Ernte ist enttäuschend gering. Wieder einmal die Situation: sehr viel Arbeit und Aufwand während des ganzen Rebenjahres, kaum Ertrag am Schluss. Schon ein wenig frustrierend, aber das gehört halt immer auch dazu.
Gedanken und Ansichten aus dem Paradiesgarten: Garten, Tiere, Landschaft, Ernährung, Energie und ab und zu einen Blick auf die Welt ausserhalb des Paradiesgartens
Samstag, 10. Oktober 2015
Dienstag, 1. September 2015
Gewächshaus
Nachdem ich im Frühsommmer endlich die Baubewillligung(!) für das kleine Gewächshaus erhalten hatte, bin ich jetzt zur Umsetzung dieses Bauvorhabens geschritten. Hinter dem alten Bienenhaus, wo vorher die Wasserfässer standen, habe ich durch Ausgraben (ein paar Dutzend Karretten voll!) einen ebenen Platz geschaffen, auf dem ich dieses Gewächshaus aufstellen kann.
Das grosse Paket mit den Einzelteilen - Alu-Profile, Schrauben, Dopplestegplatten - stand schon einige Jahre herum. Leider ist die Aufbauanleitung von sehr geringer Aussagekraft. Mit Vorstellungsvermögen, Versuch und Irrtum habe ich das Ding zusammengesetzt; manchmal etwas mühsam, weil dort, wo mehr als zwei Hände notwendig gewesen wären, ich mir sonst wie behelfen musste. Aber schliesslich habe ich es doch zusammengekriegt.
Mit den eingesetzten Doppelstegplatten sieht es ganz passabel aus.
Als nächster Schritt kommt nun der "Innenausbau" an die Reihe: Erde, Gestelle, Feuchte- und Temperaturmessung, Bewässerung und Belüftung. Dann wird es für die kommende Saison bereit sein und ich werde mit diesem Gewächshaus hoffentlich die hier auf 1000 müM manchmal kurze Vegetationsperiode verlängern können!
Das grosse Paket mit den Einzelteilen - Alu-Profile, Schrauben, Dopplestegplatten - stand schon einige Jahre herum. Leider ist die Aufbauanleitung von sehr geringer Aussagekraft. Mit Vorstellungsvermögen, Versuch und Irrtum habe ich das Ding zusammengesetzt; manchmal etwas mühsam, weil dort, wo mehr als zwei Hände notwendig gewesen wären, ich mir sonst wie behelfen musste. Aber schliesslich habe ich es doch zusammengekriegt.
Mit den eingesetzten Doppelstegplatten sieht es ganz passabel aus.
Als nächster Schritt kommt nun der "Innenausbau" an die Reihe: Erde, Gestelle, Feuchte- und Temperaturmessung, Bewässerung und Belüftung. Dann wird es für die kommende Saison bereit sein und ich werde mit diesem Gewächshaus hoffentlich die hier auf 1000 müM manchmal kurze Vegetationsperiode verlängern können!
Sonntag, 30. August 2015
aktive Sommertage
Was wohl in diesem grossen Paket versteckt sein mag? Auf den ersten Blick ein Haufen Holz, der hinunter in den Garten transportiert werden muss und schliesslich am Ende des Mischabelweges wieder ordentlich geschichtet da steht. Das gibt den entscheidenden Hinweis: Das sind die Teile für das neue Bienenhaus, das dort aufgestellt werden soll!
Letzte Woche ist mir ein tüchtiges Missgeschick passiert: Mein starker Helfer, meine Motorkarrette hat voll beladen den Stand verloren und ist Purzelbäume schlagend zu Tal gerollt, haarscharf neben den neuen Jungbäumen vorbei, hat den kürzlich neu erstellten Hag durchschlagen, zwei Stützen umgerissen und ist dann schliesslich auf der Seite liegend zum Stehen gekommen. Glück im Pech: Mir ist nichts passiert; ich habe die Maschine sofort losgelassen und die Schäden an der Motorkarrette sind erstaunlicherweise nur gering. Ich konnte sie bereits wieder reparieren.
Im Garten wächst alles wunderbar (mit viel Bewässerung in diesen heissen, trockenen Tagen), reift und kann laufend geerntet werden.
Die Zwetschgen an den uralten Bäumen stehen stellvertretend für alle übrigen erntebereiten Gemüse, Beeren und Obst.
Mit den Reben wird es noch ein Zeitchen dauern. Aber auch hier laufen Vorbereitungen: Für die kommende Ernte habe ich eine handbetriebene Abbeer-Maschine angeschafft, das sollte meine Arbeit etwas einfacher machen.
Und zum Abschluss stelle ich noch den neuesten Bewohner im Paradiesgarten vor: Hugo, der Drache, der mit seiner Drohgebärde hoffentlich mithilft, Böses vom Paradiesgarten fernzuhalten...
Im Garten wächst alles wunderbar (mit viel Bewässerung in diesen heissen, trockenen Tagen), reift und kann laufend geerntet werden.
Die Zwetschgen an den uralten Bäumen stehen stellvertretend für alle übrigen erntebereiten Gemüse, Beeren und Obst.
Mit den Reben wird es noch ein Zeitchen dauern. Aber auch hier laufen Vorbereitungen: Für die kommende Ernte habe ich eine handbetriebene Abbeer-Maschine angeschafft, das sollte meine Arbeit etwas einfacher machen.
Und zum Abschluss stelle ich noch den neuesten Bewohner im Paradiesgarten vor: Hugo, der Drache, der mit seiner Drohgebärde hoffentlich mithilft, Böses vom Paradiesgarten fernzuhalten...
Sonntag, 2. August 2015
Gemüsegarten (II)
Im Gemüsegarten tut sich etwas: bereits steht die Ernte und Verarbeitung des einen oder anderen Gemüses an.
Zuccetti im Garten / geerntet / verarbeitet zu Süss-sauer-Konserve
Lötschentaler Erbsen
Auch das Kartoffelfeld präsentiert sich zufriedenstellend. Ein Wädenswiler Weisskabis hat die gefrässigen Schädlinge überlebt.
Kürbisse wachsen zu respektablen Grössen schön versteckt im grünen Blätterwald.
... und weil 1. August ist: zum Abschluss des heutigen Blogs noch ein Blick vom Rebberg auf das patriotisch dekorierte Wohnhaus.
Buschbohnen Red Valentine
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Kürbisse wachsen zu respektablen Grössen schön versteckt im grünen Blätterwald.
... und weil 1. August ist: zum Abschluss des heutigen Blogs noch ein Blick vom Rebberg auf das patriotisch dekorierte Wohnhaus.
Sonntag, 19. Juli 2015
Gemüsegarten (I)
Bedingt durch verschiedene Umstände liegt der letzte Blogeintrag schon einige Zeit zurück. Nicht erstaunlich deshalb, dass sich im Paradiesgarten zwischenzeitlich einiges getan hat.
Im Gemüsegarten haben sich bedingt durch die ansehnlichen Regenfälle im Mai die meisten Setzlinge erfreulich entwickelt. Dies gilt vor allem für die Zuccetti und Kürbisse:
Aus den bescheidenen Setzlingen hat sich geradezu ein Dschungel von Zuccettis und Kürbissen entwickelt - mit entsprechender Ernte :-)
Die diversen Erbsenarten sind wie gewohnt problemlos und wüchsig:
Die Buschbohnen (Red Valentine) kommen nach der zweiten Aussaat auch gut voran
Die Stangenbohnen Grosi Muri klettern an einer neuen Gerüstkonstruktion empor:
Die Tomaten allerdings bleiben dieses Jahr mickrig und klein - ob ihnen das neue Tomatenhaus nicht behagte??
Daneben sind auch Neuankömmlinge im Paradiesgarten anzutreffen; Arten und Sorten, die erstmals angepflanzt werden.
Dazu zählen Steirischer Polentamais
und als Exot der Rhizinus, den ich von den Azoren mitgebracht hatte
Im Gemüsegarten haben sich bedingt durch die ansehnlichen Regenfälle im Mai die meisten Setzlinge erfreulich entwickelt. Dies gilt vor allem für die Zuccetti und Kürbisse:
Die diversen Erbsenarten sind wie gewohnt problemlos und wüchsig:
| Kefe Géant Suisse |
| Erbse früher Heinrich |
| Lötschentaler Erbsen |
Die Buschbohnen (Red Valentine) kommen nach der zweiten Aussaat auch gut voran
Die Stangenbohnen Grosi Muri klettern an einer neuen Gerüstkonstruktion empor:
Die Tomaten allerdings bleiben dieses Jahr mickrig und klein - ob ihnen das neue Tomatenhaus nicht behagte??
Daneben sind auch Neuankömmlinge im Paradiesgarten anzutreffen; Arten und Sorten, die erstmals angepflanzt werden.
Dazu zählen Steirischer Polentamais
| (am 1. Juni 2015) |
| (am 8. Juli 2015) |
und als Exot der Rhizinus, den ich von den Azoren mitgebracht hatte
Dienstag, 26. Mai 2015
Wetterkapriolen
Auch in diesem Jahr scheint das Wetter im Paradiesgarten wieder alles andere als einfach zu sein. So hat die kalte Sophie ihren Namen wieder einmal alle Ehre gemacht: sie bescherte intensiven Schneefall und einen massiven Temperatursturz.
Zahlreiche Äste der bereits belaubten Bäume mochten der zusätzlichen Schneelast nicht standhalten und brachen ab. Im Getreidefeld bot sich ein deprimierender Anblick: der Schnee drückte die bereits auf erfreuliche 30-40 cm gewachsenen Getreidehalme schwer auf den Boden. Dass sie sich wieder aufrichten, ist mehr als unwahrscheinlich.
Nach den intensiven Regenfällen vom Monatsanfang und der anschliessenden warmen Periode war das Gras in den Wiesen explosionsartig zu einer Höhe gewachsen, wie ich sie in all den Jahren noch nie gesehen habe. Der Schnee drückte auch das Gras zusammen. Allerdings richten sich hier doch einige Büschel wieder etwas auf.
Das Wetter bleibt aber (wenn man den Prognosen Glauben schenken darf) weiterhin bei kalten Temperaturen nass. Das sind wenig erfreuliche Aussichten für alle ausgesäten und ausgepflanzten Samen und Setzlinge.
Zahlreiche Äste der bereits belaubten Bäume mochten der zusätzlichen Schneelast nicht standhalten und brachen ab. Im Getreidefeld bot sich ein deprimierender Anblick: der Schnee drückte die bereits auf erfreuliche 30-40 cm gewachsenen Getreidehalme schwer auf den Boden. Dass sie sich wieder aufrichten, ist mehr als unwahrscheinlich.
Nach den intensiven Regenfällen vom Monatsanfang und der anschliessenden warmen Periode war das Gras in den Wiesen explosionsartig zu einer Höhe gewachsen, wie ich sie in all den Jahren noch nie gesehen habe. Der Schnee drückte auch das Gras zusammen. Allerdings richten sich hier doch einige Büschel wieder etwas auf.
Das Wetter bleibt aber (wenn man den Prognosen Glauben schenken darf) weiterhin bei kalten Temperaturen nass. Das sind wenig erfreuliche Aussichten für alle ausgesäten und ausgepflanzten Samen und Setzlinge.
Mittwoch, 13. Mai 2015
Erste Setzlinge auspflanzen
Ab und zu dürfen die sich zeigenden Spitzen der ausgesäten Gemüse ins Freie an die Sonne, sie danken es mit tüchtigem Wachsen und Erstarken!
Die Bewässerung - unverzichtbar im Paradiesgarten - ist eingerichtet. Zuguterletzt kommen die neuen Auspflanzungen unter Vlies (die Eisheiligen sind ja schliesslich noch nicht vorbei).
Auf dem Bild oben sieht man am rechten Bildrand auch den Rhabarber; mächtig gewachsen! Schauen wir ihn uns etwas aus der Nähe an:
Auch die Kartoffeln kommen in den Boden. 8 Reihen sind es schlussendlich:
Die Hochbeete im Paradiesgarten sind bereit:
Die Temperaturen steigen, der Boden erwärmt sich - Zeit fürs Auspflanzen der ersten Anzuchten. Im Bild das Beet mit Znaimer Gurke, Steirischer Polentamais, Kürbis Lilly, Red Kidney Bohnen, Zuchetti.
Die Bewässerung - unverzichtbar im Paradiesgarten - ist eingerichtet. Zuguterletzt kommen die neuen Auspflanzungen unter Vlies (die Eisheiligen sind ja schliesslich noch nicht vorbei).
Auf dem Bild oben sieht man am rechten Bildrand auch den Rhabarber; mächtig gewachsen! Schauen wir ihn uns etwas aus der Nähe an:
Auch die Kartoffeln kommen in den Boden. 8 Reihen sind es schlussendlich:
- 1 Reihe Weisse Lötschentaler
- 1 Reihe Rote Lötschentaler
- 1 Reihe 8-Wochen-Nüdeli
- 1 Reihe Felicia
- 2 Reihen Agatha
- 2 Reihen Parli
So, und jetzt muss es nur noch weiterhin warm bleiben, ohne Kälteeinbruch, dann werden sich die neugepflanzten Setzlinge prächtig entwickeln!
Mittwoch, 15. April 2015
Stärkungselixier für Jungpflanzen
Jedesmal, wenn ich in Edinburgh bin, besuche ich die Buchhandlung (solange sie noch nicht auch von den sich wie Ungeziefer vermehrenden Mobilecom-Stores verdrängt worden ist) in der Princes Street, speziell die Abteilung "Gardening".
Auch diesmal hat sich ein Blick in die Neuheiten gelohnt: Ich stiess auf ein hochinteressantes neu erschienenes Buch zum Thema und mit dem Titel "Biodynamic Gardening", Untertitel "Grow healthy plants and amazing produce with the help of the Moon and Nature's cycles" von Monty Waldin (ISBN 978-1-4093-6938-7)
Gesehen - studiert - gekauft :-)) (Bücher sind einer der Gründe, weshalb mein Koffer bei der Rückreise meistens schwerer ist als auf der Hinreise)
Aus aktuellem Anlass möchte ich hier ein Beispiel aus diesem Buch anführen: ein Stärkungselixier für Jungpflanzen.
Einerseits erscheint nächstens wieder felderweise der gelbe Löwenzahn (taraxacum officinale) und andererseits verlangen die sich ebenfalls bald reckenden ersten Blättchen unserer frischen Aussaaten nach Stärkung.
Also; ich übersetze einigermassen grosszügig "Dandelion" auf Seite 38 des Buches :
Löwenzahnblüten sind sehr reich an Nährstoffen Calcium, Kupfer, Eisen, Magnesium, Kalium, Kieselsäure. Sie eignen sich deshalb sehr gut als Tee, um das Wachstum junger Pflänzchen anzuregen, speziell dann im Wachstumszyklus, wenn sich die ersten zwei oder drei Blättchen unserer Aussaaten zeigen. Eine Spritzung mit diesem Tee macht die Blätter stärker, fester und widerstandsfähiger gegen Krankheiten.
Zubereitung Löwenzahntee:
Auch diesmal hat sich ein Blick in die Neuheiten gelohnt: Ich stiess auf ein hochinteressantes neu erschienenes Buch zum Thema und mit dem Titel "Biodynamic Gardening", Untertitel "Grow healthy plants and amazing produce with the help of the Moon and Nature's cycles" von Monty Waldin (ISBN 978-1-4093-6938-7)
Gesehen - studiert - gekauft :-)) (Bücher sind einer der Gründe, weshalb mein Koffer bei der Rückreise meistens schwerer ist als auf der Hinreise)
Aus aktuellem Anlass möchte ich hier ein Beispiel aus diesem Buch anführen: ein Stärkungselixier für Jungpflanzen.
Einerseits erscheint nächstens wieder felderweise der gelbe Löwenzahn (taraxacum officinale) und andererseits verlangen die sich ebenfalls bald reckenden ersten Blättchen unserer frischen Aussaaten nach Stärkung.
Also; ich übersetze einigermassen grosszügig "Dandelion" auf Seite 38 des Buches :
Löwenzahnblüten sind sehr reich an Nährstoffen Calcium, Kupfer, Eisen, Magnesium, Kalium, Kieselsäure. Sie eignen sich deshalb sehr gut als Tee, um das Wachstum junger Pflänzchen anzuregen, speziell dann im Wachstumszyklus, wenn sich die ersten zwei oder drei Blättchen unserer Aussaaten zeigen. Eine Spritzung mit diesem Tee macht die Blätter stärker, fester und widerstandsfähiger gegen Krankheiten.
Zubereitung Löwenzahntee:
- eine Handvoll Löwenzahnblüten (gepflückt am frühen Morgen, bevor sie vollständig geöffnet sind) in 1 Liter heissem Wasser 5..10 Minuten ziehen lassen
- Blüten abseihen
- verdünnen: 1 Teil Löwenzahntee auf 4 Teile Regenwasser
- Pflanze und umgebende Erde mit dem verdünnten Löwenzahntee besprühen (geht am besten mit Handzerstäuber; Anmerkung H.B.)
- vorzugsweise früh am Morgen, ideal bei aufsteigendem Mond.
Montag, 13. April 2015
Hesse und sein (Paradies-)Garten
Jüngst habe einen Aufenthalt im Tessin genutzt und bin in Montagnola auf den Spuren meines hoch verehrten Dichters Hermann Hesse gewandelt.
Zur Casa Rossa, in die Hesse in seinen späten Lebensjahren einzog, gehörte auch ein ansehnliches Stück Umschwung, wo er sich ganz besonders wohl fühlte.
Es erging ihm ähnlich wie mir in den Anfängen des Paradiesgartens: die überwucherten Gärten und vergandeten Flächen mussten erst einmal gerodet und aufgeräumt werden.
Doch lassen wir Hermann Hesse doch gleich selbst erzählen, wie er seinen Garten beschreibt:
"....Ich war, wider alles Erwarten, noch einmal seßhaft geworden und besaß, nicht als Eigentum, aber doch als lebenslänglicher Pächter, ein Stück Land! Eben erst hatten wir unser Haus darauf gebaut und waren eingezogen, und jetzt begann für mich, aus vielen Erinnerungen her vertraut, noch einmal ein Stück bäuerlichen Lebens. Ich hatte es damit nicht mehr leidenschaftlich und heftig im Sinn, ich würde es mehr läßlich betreiben, mehr die Muße suchen als die Arbeit, mehr am blauen Herbstfeuerrauche träumen als Wälder roden und Pflanzungen anlegen. Immerhin, ich hatte eine schöne Weißdornhecke gepflanzt und Sträucher und Bäume und viele Blumen, und jetzt brachte ich diese Spätsommer- und Herbsttage, die unvergleichlichen, beinahe ganz im Gras und Garten hin, mit kleinen Arbeiten, mit dem Schneiden der jungen Hecke, dem Vorbereiten eines Gemüsegartens für den Frühling, dem Säubern der Wege, dem Reinigen der Quelle - und bei all diesen kleinen Arbeiten hatte ich ein Feuer auf der Erde brennen, ein Feuer aus Unkraut, aus dürrem Gezweig und Dörnicht, aus grünen und braunwelken Kastanienschalen.
Zuweilen im Leben, mag es im übrigen sein wie es wolle, trifft doch etwas wie Glück ein, etwas wie Erfüllung und Sättigung. Gut vielleicht, daß es nie lange währen darf. Für den Augenblick schmeckt es wundervoll, das Gefühl der Seßhaftigkeit, des Heimathabens, das Gefühl der Freundschaft mit Blumen, Bäumen, Erde, Quelle, das Gefühl der Verantwortlichkeit für ein Stückchen Erde, für fünfzig Bäume, für ein paar Beete Blumen, für Feigen und Pfirsiche."
(Hesse, Tessiner Herbsttag. In: Tessin)
Zur Casa Rossa, in die Hesse in seinen späten Lebensjahren einzog, gehörte auch ein ansehnliches Stück Umschwung, wo er sich ganz besonders wohl fühlte.
Es erging ihm ähnlich wie mir in den Anfängen des Paradiesgartens: die überwucherten Gärten und vergandeten Flächen mussten erst einmal gerodet und aufgeräumt werden.
Doch lassen wir Hermann Hesse doch gleich selbst erzählen, wie er seinen Garten beschreibt:
"....Ich war, wider alles Erwarten, noch einmal seßhaft geworden und besaß, nicht als Eigentum, aber doch als lebenslänglicher Pächter, ein Stück Land! Eben erst hatten wir unser Haus darauf gebaut und waren eingezogen, und jetzt begann für mich, aus vielen Erinnerungen her vertraut, noch einmal ein Stück bäuerlichen Lebens. Ich hatte es damit nicht mehr leidenschaftlich und heftig im Sinn, ich würde es mehr läßlich betreiben, mehr die Muße suchen als die Arbeit, mehr am blauen Herbstfeuerrauche träumen als Wälder roden und Pflanzungen anlegen. Immerhin, ich hatte eine schöne Weißdornhecke gepflanzt und Sträucher und Bäume und viele Blumen, und jetzt brachte ich diese Spätsommer- und Herbsttage, die unvergleichlichen, beinahe ganz im Gras und Garten hin, mit kleinen Arbeiten, mit dem Schneiden der jungen Hecke, dem Vorbereiten eines Gemüsegartens für den Frühling, dem Säubern der Wege, dem Reinigen der Quelle - und bei all diesen kleinen Arbeiten hatte ich ein Feuer auf der Erde brennen, ein Feuer aus Unkraut, aus dürrem Gezweig und Dörnicht, aus grünen und braunwelken Kastanienschalen.
Zuweilen im Leben, mag es im übrigen sein wie es wolle, trifft doch etwas wie Glück ein, etwas wie Erfüllung und Sättigung. Gut vielleicht, daß es nie lange währen darf. Für den Augenblick schmeckt es wundervoll, das Gefühl der Seßhaftigkeit, des Heimathabens, das Gefühl der Freundschaft mit Blumen, Bäumen, Erde, Quelle, das Gefühl der Verantwortlichkeit für ein Stückchen Erde, für fünfzig Bäume, für ein paar Beete Blumen, für Feigen und Pfirsiche."
(Hesse, Tessiner Herbsttag. In: Tessin)
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