Mittwoch, 18. Februar 2015

Besucher

Im Winter ist es ruhig im Paradiesgarten. Dennoch: Vögel und Vierbeiner schauen immer wieder etwa vorbei:


eine einsame Gämse (oder war es sogar eine Gemse??)


ein scheues Rotkehlchen


eine Blaumeise tut sich am Meisenknödel gütlich


und eine Kohlmeise turnt ebenfalls an einem Meisenknödel


Hallo Gämse, wie gehts?


Sie hinterlässt ihre Spuren im Schnee


 Aber der Garten ruht, zugedeckt unter einem weissen Vlies.








Montag, 22. Dezember 2014

Weihnachten und Jahreswechsel


das traditionelle Weihnachtsbäumli


Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern schöne Weihnachtstage und alles Gute im kommenden Jahr!



Maria und Josef unterwegs auf der Neubrücke




Winter?

Jetzt wird es still rund um den Paradiesgarten. Einzig der Wind pfeift ab und zu um die Ecken. Auch das Gezwitscher der Meisen lässt nach; selten erschallt der Ruf der Eichelhäher. Winter?

Dem Kalender nach ja, aber sonst: Schnee liegt keiner... Auch die Temperaturen sind alles andere als winterlich. Zwar gibt es sternenklare Nächte wie heute Nacht, da fällt das Thermometer tief und auf der Rehwiese liegt Reif. Aber wenn gegen 10 Uhr morgens die Sonne über dem Ochsenhorn erscheint, geht es wieder rasant aufwärts. Da kann ich ohne weiteres noch im Garten arbeiten.

Zurzeit fülle ich ein weiteres Hochbeet und stelle es für den Frühling (er kommt gewiss!) bereit.




















Der neue, inzwischen fertiggestellte Wildhag hat seine Bewährungsprobe bestanden. Die mehrjährigen Kulturen wie auch die neu gesetzten Obstbäume sind unversehrt.





Montag, 10. November 2014

Wildschutzzaun (1)

Der nächste Winter kommt bestimmt und mit ihm auch wieder die Hirsche, Rehe, Gemsen, die es darauf abgesehen haben, im Garten alles abzufressen, was noch nicht verholzt ist. Das bedeutet jeweils das Aus für mehrjährige Pflanzen. Ganz schlecht ist das für die zweijährigen Pro Specie Rara Altsorten, deren Samenträger stehen bleiben sollten.

Oder - wenn nichts Essbares mehr da ist - zertrampeln die Tiere mindestens den Garten und die Wintersaaten. So ein Hirschrudel pflügt ihn bei seinem Durchzug nahezu um.

Seit der Eröffnung der Wildschutz- und Ruhezone Märufälli, die an den Paradiesgarten grenzt, habe ich den Eindruck, dass die Anzahl der Tiere und Herden massiv zugenommen haben (schlaue Tierchen!).

Klarer Fall: da muss ein Wildschutzzaun aufgestellt werden, der den Gemüse- und Obstgarten des Paradiesgartens schützt. Nun ist das bei der Grösse des Gartens allerdings kein geringes Unterfangen. Da kommt wieder eine Menge Arbeit auf mich zu!

Also: Messen, Planen, Material beschaffen, in den Paradiesgarten hinaufschleppen und beginnen!

Hier einige Impressionen der ersten Arbeiten.

Nach dem Entfernen von kleinen Bäumen, Büschen, Artemisia und ähnlichen Platzversperrern wird gemessen und eingeteilt.



Dort, wo die Hagpfosten zu stehen kommen, werden Rebstickel als Markierung eingesteckt.


Die ersten Fundamentlöcher sind gegraben, die ersten Stangen gesetzt und einbetoniert.


Meist ziehen solche Arbeiten auch noch weitere notwendige Erneuerungen mit sich. Hier muss die alte, abgesackte Stützmauer beim Aufgang komplett neu aufgerichtet werden.


Die Stützmauer wächst.



Schliesslich kann für das erste Stück das Drahtgitter gezogen und montiert werden.



Ein Anfang - aber noch viiiiel wird zu tun sein, bis der gesamte Zaun seine Funktion erfüllen kann! 



Erster Schnee


Nach einem veritablen Föhnsturm setzt Dauerregen ein, begleitet von einem markanten Temperatursturz. So wird aus dem Regen langsam aber sicher ein Schneegestöber. Am nächsten Morgen zeigt sich erster Schnee im Paradiesgarten!


Schwer ächzen die noch belaubten Äste unter dem Gewicht des Schnees. Einzelne Äste brechen.


Auch im Garten lastet der nasse Schnee auf den Pflanzen.





In der Morgenfrühe besuchten Vierbeiner den Paradiesgarten:




Aber dank des neuen Wildhages konnten sie sich nicht im Garten gütlich tun.

Eine erstaunliche Überraschung: jetzt im November und im Schnee blühen die Sonnenblumen, deren Samen in der Gründüngung waren, die ich auf das abgeerntete Getreidefeld ausgesät hatte!




Da wird die ohnehin geschätzte warme Stube noch um ein paar Grade freundlicher!

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Mosterei Apfelsaft

Nach der Traubenernte folgt schon schnell der nächste Erntehöhepunkt: die Apfelernte. In diesem Jahr scheint die Witterung den Apfelbäumen gefallen zu haben. Schwer behangen sind sie alle mit wunderbar reifen Früchten.




Die schönen Früchte werden zum Essen eingelagert, die weniger schönen kommen in die Mosterei.


Die Obstmühle zerkleinert die Äpfel in Stücke, diese Stücke fallen in die Presse.


Es ist dieselbe Presse, die ich schon fürs Traubenpressen verwendet hatte. Äpfel in Presstücher einschlagen, Presshölzer aufschichten und dann „opresst is es" wird mit der Pressspindel Druck aufgebaut. Bald schon rieselt am Ausfluss der Presse ein munteres Apfelsaft-Bächlein.


 Als nächster Schritt käme nun das Pasteurisieren. Seit einigen Jahren kann ich mir diesen aufwändigen Arbeitsschritt sparen: ich fülle den wertvollen Saft in ein Most-Druckfass.


Darin bleibt der Apfelsaft bis weit in den Frühling hinein frisch wie ab Presse; ein Hochgenuss!

Freitag, 10. Oktober 2014

Traubenernte

Ernten? Noch zuwarten? Diese Fragen stellen sich aktuell in diesen Tagen und Wochen.



Leider war ja dieser Sommer nicht unbedingt ein Traubensommer, viel zu nass und viel zu wenig Sonnenschein, was sich auch in eher bescheidenen Oechslewerten ausdrückt. So würde sich das Zuwarten bei diesen derzeit recht sonnigen und angenehmen Herbsttagen durchaus lohnen – wären da nicht einige Tiere, die diese Überlegungen wieder relativieren. Das sind einmal die Vögel, die sich über die erst-reifenden weissen Heidatrauben schon tüchtig hergemacht haben. Im weiteren versetzt eine kleine Fliege, die Kirschessigfliege, die Winzer in Angst und Schrecken. Diese Fliege verwandelt schönste Tauben in grässlich nach Essig stinkende, faulende Ansammlungen von Beeren.





So habe ich mich denn entschlossen, jetzt zur Ernte zu schreiten, umso mehr, als dass sich im Moment auch gerade noch zwei tüchtige HelferIn zur Verfügung habe.

Leider zeigt sich schnell: wenig Ertrag, viel Arbeit. Die zusätzliche Arbeit kommt daher, dass zahlreiche Beeren angefault sind. Die dürfen natürlich nie und nimmer in den Traubenmost geraten. Das bedeutet: jede Traube muss aufmerksam in die Hand genommen, auf faule Beeren kontrolliert werden und dann diese faulen Beeren einzeln herausschneiden.

Dennoch: nach und nach füllen sich die Kisten mit Erntegut.





In der Trotte ( landwirtschaftliches Gebäude, in dem die grosse Weinpresse steht; in anderen Landesgegenden auch Torkel, Kelter, Weinkelter genannt) finden dann die nächsten Arbeitsschritte statt.


Die auf die Weinpresse aufgelegte Traubenmühle malt die Trauben, d.h., quetscht die Beeren und lässt schon einiges an Saft austreten. Eine klebrige Angelegenheit…

Nach dem Mahlen trennen sich die Verarbeitungswege von roten und blauen Trauben, bzw. von Rotwein und Weisswein. Die gemahlenen weissen Trauben werden in der Presse abgepresst und der Traubenmost gleich in die Gärfässer abgefüllt. Die vorbereitete und exakt präparierte Gärhefe – eines der gehüteten Geheimnisse des Winzers – in den Traubenmost eingerührt. Ich verwende den Hefetyp Lalvin EC-1118, Sacc. bayanus, Selektion Epernay, den ich nach zahlreichen Versuchen als optimal für meine weissen Trauben herausfand, insbesondere weil dieser Hefetyp von 8-31 °C gäraktiv ist.


 
Dazu verwende ich noch den Hefenährstoff Fermaid E, der mithilft, dass es keine Gärstockungen gibt. Und dann: Gärfass verschliessen und Gärspund obendrauf.

Wozu der Gärspund? Gemäss der Alkoholgleichung entsteht ja bei der Umwandlung des Fruchtzuckers auch ein Gas, das entweichen können muss. Umgekehrt sind die überall vorhandenen Essigfliegen natürlich wild auf diesen auch für sie wunderbaren Fassinhalt wenn sie aber an diesen Inhalt kämen, wäre er für uns nicht mehr wunderbar: anstatt Wein müssten wir dann Essig trinken… Der Gärverschluss ist also eine Einbahnstrasse: Gas kann raus aber nix rein.


Mit den roten Trauben funktioniert das ein wenig anders. Hier werden die Trauben zwar auch gemahlen, aber noch nicht gepresst. Zuerst findet eine so genannte Maische-Gärung statt. Erst später wird dann die Maische in der Traubenpresse ausgepresst.

Auch der Maische muss Edelhefe zugegeben werden, damit die Gärung wie erwünscht verläuft. Ich verwende den Hefetyp Lalvin-W15, Sacc. cerevisiae, Selektion Wädenswil, ebenfalls aus zahlreichen Versuchen als gut geeignet hervorgegangen.



Auch hier gilt nun: Maischefass verschliessen und Gärdspund drauf und vorerst einmal: abwarten!

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Weihnachten im Sommer

Ich werde bekanntlich nicht jünger und grosse Lasten schleppen wird immer weniger mein Ding. Deshalb habe ich mir einen Helfer zugelegt, der (was für ein vielversprechender Zufall!) am einzigen Sonnentag dieser Woche im Paradiesgarten ankommt:

Was mag da wohl drin sein in diesem über 300 kg schweren, grossen Paket??

Nach einigem auspacken, zusammensetzen und zusammenschrauben präsentiert sie sich stolz dem Benutzer: meine neue, motorisierte Raupenkarrette mit Kippmulde!


 Die Jungfernfahrt zur Remise verläuft problemlos. Da kann man nur eines sagen:


Freude herrscht!


Sonntag, 21. September 2014

Allerlei Getier

Was da alles so kreucht und fleucht! Ein Ausschnitt aus den vergangenen Tagen (man merkts: ein typischer Regenwetter-Post...).


In der Nähe des Brunnens züngelt mich eine junge Schlange (Aspisviper?) ziemlich feindselig an. Wir sind wohl beide gleichermassen überrascht und gegenseitig erschrocken...

Da ist diese fliegende Schönheit wesentlich friedfertiger und ziemlich zutraulich. Sitzt minutenlang auf meiner Schulter und inspiziert Hals und Nacken (iii, kitzelt!)


Die Henne - der Ausdruck "Glucke" ist hier wohl absolut zutreffend - bewacht ihre neugierigen und vorwitzigen Jungen vor dem Fotografen.


Halt, halt, der Steinbock gehört nicht in den Paradiesgarten! Den gibt es hier gar nicht. Hat sich einfach in die Sammlung der Fotos reingeschlichen und wollte auch einmal in einem Blog vorkommen. Also gut. Ist aber eigentlich am Creux-du-Van beheimatet.


Last but not least: der Büsi! Hilft mir tüchtig bei der Computerarbeit und möchte auch am Blog mitschreiben. Zeigt aber dann doch nicht die nötige Ausdauer und holt sich lieber ein paar Streicheleinheiten ab.


Jetzt fehlen eigentlich nur noch die braunen Kapuzinerschnecken, die sich im Moment wohl wieder zu Dutzenden im Garten ergötzen. Davon habe ich aber kein Foto vorrätig und draussen schüttet es - da bleibe ich lieber im Trockenen ;-)





Montag, 15. September 2014

Erste Saatguternte

Na gut: ganz die erste ist es nicht: die Lötschentaler Ackerbohnen (vicia faba) konnte ich schon vor einiger Zeit ernten. Das gewonnene Saatgut entspricht leider überhaupt nicht den Erwartungen und der notwenigen Qualität.



Die vicia faba habe ich zufällig kürzlich auch im Jardin Botanique de Neuchâtel in der Raritätenecke angetroffen (Fève). Daneben fand sich dort auch noch eine kümmerliche Ackerbohne aus Leiggern (ebenfalls selten und aus dem Wallis).

Also, nun zur ersten Saatguternte.

Auch das ist ein uraltes "Produkt" aus dem Lötschental:


 Die Lötschentaler Erbse (GE-679, Pisum sativum subsp. sativum Sativum-Grp. und Medullare-Grp.)

 

Unter den Hülsenfrüchten ist die Erbse die älteste Nutzpflanze. Ihre Heimat liegt im Orient. Den Römern waren Erbsen allgemein bekannt. Damals wurde nur das reife Korn gegessen. Grüne Erbsen werden erst seit dem Mittelalter verwendet.

Die Witterung scheint den Erbsen gefallen zu haben: ich habe eine erfreuliche Ernte mit gutem Saatgut einbringen können.

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Ebenfalls  mit erfreulichem Erfolg habe ich Buschbohnen Red Valentine (GE-972, Phaseolus vulgaris var. nanus) geerntet.

Zur Sorte Red Valentine: Ab ca. 1886 von Vilmorin gehandelt und auch in der Schweiz angebaut. Die Sorte wurde erstmals von Prinz von Neuwied bei den Indianern (1815-1817 am Missouri River) beobachtet. Frühreif und mit ihrem langen weiss-rosa- weinrot marmorierten Korn auch gut als Trockenbohne geeignet, wegen ihrer Zartheit vor allem aber als grüne Bohne genutzt.



Bei den meisten Paradiesgartenpflanzen handelt es sich ja um für Pro Specie Rara betreute Sorten, von denen ich das Saatgut abliefere. Aus genetischen Gründen und wegen der Diversität ist es wichtig, nicht nur von einer Pflanze, sondern von einer grösseren Anzahl Pflanzen Saatgut zu nehmen. Das bedeutet, mehrere Pflanzen einer Sorte zu kultivieren. Weil zur Saatguternte nur die besten Pflanzen als Samenträger ausgelesen werden, verbleiben die übrigen und als angenehmer Nebeneffekt können diese Pflanzen normal beerntet (und verspiesen) werden. Die Buschbohne Red Valentine ist ein gutes Beispiel dafür.


Was nicht unmittelbar auf den Tisch kam, habe ich blanchiert und tiefgefroren. Nachdem ich mit Photovoltaik meinen eigenen Strom erzeuge, kann ich jetzt mit guten Gewissen sogar den Tiefkühler einschalten und nutzen.