Samstag, 27. Februar 2016

Experimente zur neuen Aussaat-Saison

Wenn frühlingshafte Temperaturen und längere Tage angesagt sind, da reizt es den Gärtner natürlich, mit dem Anziehen von Gartenpflanzen zu beginnen.



Dieses Jahr versuche ich, mit Kartonröllchen als Erdumhüller die "grossen" Samen Zuccetti und Kürbis anzuziehen. Ich verspreche mir davon, dass sie in dieser Form leichter auspflanzbar sein sollten und die Durchwurzelung nach dem Auspflanzen rascher und besser vorwärtsgehen wird.

Garten als Fasnachtsthema

... und bevor für den Garten die Aussaatarbeiten wieder starten, kommt der schon fast traditionelle Abstecher an die Basler Fasnacht.

Auch dieses Jahr habe ich zum Thema "Gärtnern" wieder Sujets gesehen. Eines - wunderschön dargestellt mit farbenfrohen Kostümen und Laterne - zeigte Urban Gardening:



Auch die von Schädlingsbekämpfungsmitteln geplagten und bedrohten Bienen wurden als Sujet verwendet:


Eigentlich doch interessant, in diesem sehr städtischen Umfeld solche Themen zu finden!
 

Mittwoch, 3. Februar 2016

Frühlingserwachen?

Meine Grossmutter pflegte am Fest Maria Lichtmess (2. Februar) zu sagen:
"wenn an Maria Lichtmess die Sonne den Pfarrer auf der Kanzel bescheint, muss der Fuchs noch 40 Tage ins Loch". 
Und was will uns dieser Wetterspruch überhaupt sagen? Wenn der Fuchs noch in sein Loch muss, bedeutet das nichts anderes, als dass noch nichts ist mit Frühling; dass nochmals Schnee und Kälte Einzug halten werden - und das über längere Zeit (die 40 Tage). Sind wir doch gespannt, ob diese einfache Wetterregel auch heute noch Bestand hat. Diese Bedingung war ja heute bei diesem milden, sonnigen Beinahe-Frühlingstag mehr als erfüllt! Warten wir es ab!



Die milde, frühlingshafte Witterung im Paradiesgarten hat mich bewogen, im kleinen Rebberg den Startschuss in die neue Saison zu wagen. Ich habe dort Gamay- und Heida-Reben geschnitten; tüchtig, ohne grössere Frostreserven! Auch hier: ich bin gespannt, wie es weitergeht!




Sonntag, 10. Januar 2016

Schnee

Den blühenden Haselsträuchern zum Trotz ist nun doch endlich etwas Schnee gefallen.


Gross ist die Menge allerdings nicht - und vor allem, wenn bald darauf schon wieder die Temperatur steigt und Regen einsetzt, verschwindet die weisse Pracht schnell wieder.


Nun, die Vögel und Wildtiere machen sich eh nicht soviel aus dem Schnee. Für sie ist es allemal leichter, ohne hohen Schnee durch den Winter zu kommen.


Dienstag, 29. Dezember 2015

Rauhnächte

Meine Grossmutter blickte seinerzeit in den Nächten zwischen Weihnachten und Dreikönigstag aufmerksam zum Himmel hoch und machte sich anschliessend Notizen zum Gesehenen. Jahre später habe ich dann in Österreich erfahren, was es mit diesem Studieren des Nachthimmels in dieser Zeit auf sich hatte.


Die Nächte zwischen dem Heiligen Abend und Dreikönigstag nennt man Raunächte, an bestimmten Orten auch Rauchnächte. Hinter dieser Zeitspanne von elf Tagen und zwölf Nächten verbirgt sich die unterschiedliche Länge eines Jahres bei verschiedenen Berechnungsarten: rechnet man mit Mondmonaten (wie es zum Beispiel unsere keltischen Ahnen taten) hat das Jahr eine Länge von zwölf Mondphasen mit 29.5 Tagen, also rund 354 Tage. Zum Sonnenjahr mit rund 365 Tagen ergibt sich also eine Differenz von elf Tagen bzw. zwölf Nächten. Die zum Ausgleich nötigen Tage fügten unsere keltischen Ahnen beim Jahreswechsel als "Tage ausserhalb der Zeit" bei und nannten diese Zeit "Jahresnacht".

Unsere Vorfahren – eben auch meine Grossmutter – nutzten diese Raunächte für allerlei Orakel, zum Beispiel für Wetterprognosen. Das Wetter vorhersagen zu können spielte damals ja eine sehr grosse Rolle um den besten Zeitpunkt für Aussaat oder Ernte festsetzen zu können, sei es nun im Garten oder auf dem Feld. Jede der zwölf Raunächte stand für das Wetter eines Monats des kommenden Jahres: die erste Raunacht also für den Monat Januar die zweite für den Februar und so weiter. Man beobachtete das Wetter: war es in dieser Nacht stürmisch, liess das einen entsprechenden windigen Monat erwarten, war es neblig, kündigte das von eher feuchter Witterung. Eisblumen, Reif oder Schnee auf den Bäumen hingegen versprachen einen fruchtbaren Monat!

Wie zuverlässig diese so gewonnenen Wetterprognosen meiner Grossmutter waren, kann ich nicht beurteilen. Fragen kann ich sie auch nicht mehr; schon längst beobachtet sie das Wetter in den Raunächten wohl zusammen mit den himmlischen Wettermachern…

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Weihnachten

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern des Paradiesgarten-Blogs ein ruhiges, friedliches Weihnachtsfest mit freudigen Momenten und Begegnungen!


Was wird das kommende Jahr für uns bereithalten? Wir wissen es nicht. Nehmen wir es voller Erwartung an und versuchen wir, jeden Tag auf unserem Weg zu einem gelebten Tag zu machen!

Mit allen guten Wünschen zu den Festtagen und zum Jahreswechsel!

Montag, 14. Dezember 2015

Das neue Bienenhaus

Mit der Vergrösserung des Gartens und des Zugangsweges steht das bisherige Bienenhaus an einem ungünstigen Platz. Gerade noch rechtzeitig vor dem Wintereinbruch habe ich deshalb ein neues Bienenhaus im Nordostteil des Gartens erstellt.

Zuerst muss ein Unterbau aufgebaut werden, der das Bienenhaus schliesslich tragen wird.








Aus diesem Haufen Holz soll schliesslich das Bienenhaus entstehen




Als erstes wird der Boden auf das Grundgerüst befestigt, danach werden die Seitenwände aufgestellt




Es folgen der Giebelaufbau, Firstbalken und Traufbalken


Die Dachschalung kommt Brett für Brett aufs Dach


Doppellagige Dachpappe dichtet die Dachschalung

 
Die Türen mit den Beschlägen müssen noch zum Abschluss montiert werden


... und fertig steht das Haus!

Bevor die Bienen einziehen können, ist allerdings noch ein Innenausbau notwendig und die Dachpappe wird im Frühjahr zusätzlich mit einem Eternitdach definitiv gedeckt.
 





Freitag, 20. November 2015

Das Kreuz mit den Verkreuzungen

Die Befruchtung der Pflanzen ist das A und O für die Fortpflanzung. Die Gesetze der Mendelschen Vererbungslehre machen natürlich auch vor dem Paradiesgarten nicht Halt. Da gilt es immer, aufzupassen, dass keine unerwünschten Verkreuzungen auftreten.

Manche Sorten sind empfindlicher auf Verkreuzungen, manche weniger. Natürlich gibt es Erfahrungswerte und (zum Teil recht aufwendige) Schutzmassnahmen - aber manchmal scheint trotz allem der Drang zur Fortpflanzung die Regeln und Massnahmen zu überspringen.

Bei den Buschbohnen gilt: "hauptsächlich Selbstbefruchtung, Bestäubung durch Insekten, Isolationsdistanz 5-10 m Verkreuzung mit Feuerbohne (selten)". Soweit die Theorie - in der Praxis kann das aber auch anders aussehen.

So geschehen bei der Buschbohne De Soissons (GE-1046) "Auskernbohne. Französische Sorte, deren Geschichte seit dem 18. Jh. bekannt ist. Dicke weisse Kerne, über dem Stiel leicht gelbfleckig, ziemlich flach und zur Nierenform gekrümmt. Geschmacklich sehr fein." (Quelle: ProSpecieRara Sortenfinder)

Obwohl weitab voneinander angepflanzt, musste ich bei der Samenernte eine Verkreuzung mit der Sorte Red Valentine (GE-972) feststellen. Die sonst samtweissen De Soissons-Kerne sind violett und weiss gesprenkelt...



Links: Buschbohne Red Valentine, Mitte: Kreuzung, rechts: Buschbohne De Soisson.



Donnerstag, 29. Oktober 2015

Herbstliche Parfümwolken

Das Auge wird derzeit durch die Farben des Herbstes aufs Höchste erfreut - die Nase dagegen ist aktuell alles andere als verwöhnt. Der Bauer bringt den Mist auf die Wiesen in der Nähe des Paradiesgartens aus.  Das produziert eine intensive Duftnote, die auch bei geschlossenen Fenstern durch alle Ritzen dringt und alle anderen Gerüche massiv übertönt.

Da kann ich natürlich nicht abseits stehen. Schliesslich muss auch ich für die Düngung des Paradiesgartens sorgen. Wie jedes Jahr lädt der Jungbauer für mich ein Fuder Mist oberhalb des Paradiesgartens ab. Von da weg obliegt es mir, ihn (den Mist, nicht den Bauer!) in den Garten hinunter zu bringen. Los gehts, und ich stehe ebenfalls mitten in der Duftnotenproduktion.





Bald ist der Mist unten im Garten. Hier ruht er und wird nächstes Jahr eingesetzt als ursprüngliches, natürliches Düngemittel für Beeren und Reben und teilweise auch für die Gemüsebeete.




Jetzt mal kurz die Augen schliessen und dann einatmen. Riechst du es aus diesem Blog heraus? Nicht? So ein Mist!

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Die Farbe Gelb

An der wechselnden Farbpalette ist nicht zu übersehen: es herbstet! Auf dem Weg in den Paradiesgarten sind die roten oder blauen Farbtupfer der Wildblumen so gut wie nicht mehr existent. Es dominieren die Farben gelb und rotorange. Gelb sind die Birkenblätter am Boden, die Lärchen im Wald gegenüber, die Rebberge. Noch einmal wird offensichtlich, dass es verschiedene Rebensorten gibt: neben der Vielfalt von Gelbtönen stechen einzelne Rebberge in rotorange heraus, während andere schon braun sind.

Und wie in der Oper treibt ein kräftiger Tusch das Ganze auf seinen Höhepunkt. Die Rolle des Tuschs übernehmen die frisch anzgezuckerten weissen Berge mit diesem unglaublich wolkenlos blauen Himmel darüber! Ein perefektes Bild. HERBST!

Ein Ding der Unmöglichkeit, das alles irgendwie festzuhalten, zum Beispiel mit einem Foto. Chancenlos. Nun kann aber ein Blog nicht nur von Text leben. Deshalb doch mein linkischer Versuch, Herbst im Bild festzuhalten. 



Kirschbäume am Weg zum Paradiesgarten. Kein Prozentchen der Realität, leider. Punkt.